Demenzdiagnostik

Ganzheitliches Training für Körper und Geist sowie Tipps für Erkrankte und Angehörige

Psychologische Diagnostik & kognitive Trainingsprogramme

Das Krankheitsbild der Demenz gehört zu den häufigsten Leidenszuständen im Alter. Demenz kann Abbau des Gedächtnisses sowie der kognitiven, sozialen und emotionalen Fähigkeiten bedeuten, die Symptome können reversibel sein oder irreversibel, je nach Krankheitsbild.

Nicht jede Gedächtnisstörung bzw. Vergesslichkeit ist eine Demenz, sondern kann auch durch normale Alterungsprozesse, Stress im Alltag oder Pseudodemenz bei Depressionserkrankung bzw. anderen psychischen Problemen bedingt sein.

Bei Symptomen der Vergesslichkeit oder anderen psychischen Symptomen können auch Stoffwechselstörungen eine Rolle spielen, Alkohol- und Drogenkonsum sowie Medikamentenmissbrauch etc. Deshalb ist sorgfältige psychologische diagnostische Abklärung hilfreich für die Betroffenen und ihre Angehörigen.

Demenz wird als Überbegriff für mehrere verschiedene chronisch fortschreitende Erkrankungen des Gehirns verstanden. Demenz bedeutet nicht nur zunehmende Einschränkung des Erinnerungsvermögens, sondern auch der Selbstständigkeit.

In der vertiefenden klinisch-psychologischen neuropsychologischen Diagnostik wird im Zuge einer Gesamtdiagnostik auch abgeklärt, ob Hinweise auf Pseudodemenz oder andere psychische Probleme vorliegen, bzw. ob Hinweise auf eine Art der Demenz schließen lassen, wie etwa Alzheimer Demenz, vaskulärer Demenz (gefäßbedingte Demenz), Frontaltemporale Demenzen, Parkinson Demenz, Mischformen etc.

Im Zuge klinisch-psychologischer Demenzdiagnostik werden verschiedene Fähigkeiten und Fertigkeiten untersucht, wie etwa folgende kognitive Bereiche im Sinne einer Statusdiagnostik untersucht, wobei auch Verlaufskontrollen wichtig sind:

  • Sprache, z.B. Benennstörung, Wortfindungsstörungen, Verwendung falscher oder veränderter Wörter, Fehlen von Grammatikstrukturen, Verlangsamung des Sprechens, Sprachverständnisstörung etc.
  • Gedächtnis (Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis, Arbeitsgedächtnis)
  • Denken und Problemlösungsfähigkeit
  • Flüssigkeit des Denkens, Flexibilität des Denkens
  • Aufmerksamkeit, Daueraufmerksamkeit, Konzentration, Auffassung
  • zeitliche und räumliche Orientierung, Orientierung zur eigenen Person
  • visuell-räumliche Funktionen
  • Antizipationsfähigkeit, Planungs- und Handlungsplanung
  • Soziale und emotionale Beziehungsdynamik, Selbstkontrolle
  • Befindlichkeit, Antrieb, Affektivität, Stimmungsschwankungen
  • Motorik, Feinmotorik, Grobmotorik, Bewegungsstörungen, Verlangsamung
  • Verhaltensauffälligkeiten
  • Aggressivität, Enthemmung, Angst, Depression, Kontrollverlust
  • Persönlichkeitsveränderungen
  • verschiedene weitere Symptome
  • Praktische Urteilsfähigkeit im Alltag
  • Eigenständige Organisation des Alltags
  • Pflegebedürftigkeit

Auf die psychologische Diagnostik aufbauend bietet psychologische Beratung und Behandlung Unterstützung für die Angehörigen zur besseren Alltagsbewältigung sowie Vermittlung von Trainingsmethoden für den Geist und den Körper. Psychologische Beratung bietet ferner Entlastungsgespräche seelische Unterstützung für Demenzerkrankte und ihre Familienangehörigen.

Der überwiegende Anteil der an Demenz erkrankten Menschen wird von ihren Familienangehörigen versorgt, die bestmöglich die Erhaltung der Eigenversorgung und Selbstständigkeit des Betroffenen unterstützen.

Ehepartner, Kinder, Enkelkinder und Freunde tragen in der Regel die Verantwortung für die Betreuung des Erkrankten mit dem Ziel, die persönliche Würde des Erkrankten zu wahren und ihre Eigenständigkeit zu stützen.

Demenzkranke Menschen bedürfen besonderer Hilfen durch ihre Familie, wobei die Familienangehörigen durch Mitleiden und seelischer Betroffenheit, durch Traurigkeit, Verzweiflung, Trauer, aber auch Ärger unter wechselhaften Gefühlen letztlich auch oft Hilflosigkeit erleben und selbst Belastungsreaktionen zeigen können.

Bei Fortschreiten der Erkrankung kann allerdings die emotionale Belastung der Pflegepersonen zunehmend schwer erlebt erden. Deshalb kann es wichtig sein, dass die pflegenden Angehörigen frühzeitig psychologische Unterstützung in Anspruch nehmen, bevor die psychische und manchmal chronische Stressbelastung zu groß wird.

Klinisch-psychologische Diagnostik kann zur Behandlung und Beratung gemeinsam mit ärztlicher Betreuung dem Klienten und seiner Familie diagnostische und hilfreiche Unterstützung bieten.