Klinisch-psychologische Gutachten

Ein psychologisches Gutachten ist eine wissenschaftliche Leistung.

Diese Leistung zur Befunderhebung und Gutachtenserstattung besteht darin, dass der Untersucher aufgrund wissenschaftlich anerkannter Methoden sowie auch Kriterien nach allgemein annerkannten Qualitätsregeln Informationen gewinnt. Auf diesen Befunden aufbauend beantwortet der Sachverständige dem Auftraggeber (Privatpersonen, Gerichte, Behörden etc.) konkrete Fragestellungen in logisch nachvollziehbarer Weise. Es handelt sich dabei um eine Erarbeitung von Fragenbeantwortungen von Experten aufgrund seines Fachwissens, seiner Erfahrung und auf der Basis des aktuellen Forschungsstandes.

Jeder Gutachter hat die Verpflichtung und Verantwortung um Leistung seiner Arbeit auf aktuellem Forschungsstand, ferner muss die Arbeit vom Bemühen um Objektivität gekennzeichnet sein. Die Teilnahme an einer gutachterlichen Untersuchung ist freiwillig.

Sinn und Zweck von Gutachten im Allgemeinen ist es, dem Auftraggeber das von diesem erfragte Fachwissen zu vermitteln sowie auch Dritten gegenüber Sachverhalte aufzuzeigen bzw. nachzuweisen. Ein weiterer Zweck von Gutachten ist es allgemein, gutachterliche Bewertungen von Soll- und Ist-Zuständen vorzunehmen.

Beispiele für klinisch-psychologische Gutachten:

  • Gutachten im Familienrecht (Fragen zu: Erziehungsfähigkeit, Bindungsdiagnostik, Bindungsstörungen, Kindeswille, Entwicklung der Kinder, Kindeswohl, Mißbrauch, Sexueller Mißbrauch, Vernachlässigung, Mangelförderung, Kindeswohlgefährdung etc.)
  • Gutachten zur Beurteilung von Glaubhaftigkeit von Zeugenaussagen
  • Gutachten zur Aussagefähigkeit und Aussagetüchtigkeit eines Zeugen
  • Gutachten zur Beurteilung der strafrechtlichen Reife Jugendlicher
  • Gutachten zur Abklärung der Zulassung zu Ausbildungen, wie zum Klinischen Psychologen und Gesundheitspsychologen
  • Gutachten zur Prüfung der Verlässlichkeit im Umgang mit Waffen (Waffenpsychologische Verlässlichkeitsprüfung)
  • Gutachten über die Eignung als Adoptionswerber/Adoptiveltern
  • Gutachten vor einigen Schönheitsoperationen oder anderen klinischen Operationen (Magenband, etc):

    Bei der klinisch-psychologischen Abklärung psychischer Störungen gemäß §5 Abs. 2 und §7 Abs. 2 Bundesgesetz über die Durchführung von ästhetischen Behandlungen und Operationen (ÄsthOpG) ist das Hauptmotiv die Schutzbedürftigkeit von 16 bis 18-jährigen Menschen bezüglich ästhetischer Operationen. Nach klinisch-psychologischr Abklärung bzw. klinisch-psychologischer Diagnostik und psychologische Beratung erhalten Sie einen klinisch-psychologischen Befund, den Sie bei Ihrem Arzt vorlegen können.

  • Privatgutachten:

    Ein Privatgutachten wird durch eine Privatperson, Behörde oder Organisation in Auftrag gegeben, wobei der Ablauf und die Inhalte der privaten Sachverständigentätigkeit grundsätzlich jenen der gerichtlichen Tätigkeiten ähnlich sein können. Die Themenformulierung an den Psychologen wird im Zuge eines Privatgutachten durch den Auftraggeber (Privatperson, Behörde etc.) vorgegeben und für ein Gerichtsgutachten zum Beispiel durch ein Bezirks- oder Landesgericht.

  • Gerichtsgutachten:

    Wird im Zuge eines Gerichtsverfahrens ein allgemein vereidigter Sachverständiger öffentlich bestellt, erhält er von einem Gericht einen Auftrag, um ein Gutachten für das Gericht zu erstatten, wobei das Gericht im Auftrag die Fragestellungen formuliert. Bei unklaren Formulierungen des Beweisbeschlusses oder der gerichtlichen Fragen im Beweisbeschluss, hat der Sachverständige das Gericht hierüber umgehend zu informieren.

  • Im Falle der methodischen Prüfung von Gerichtsgutachten werden vom Gutachter methodenkritische Untersuchungen und Stellungnahmen erstellt.

Wenn Sie einen Termin benötigen oder Fragen haben, bitte mich unter meiner Mobilnummer 0664/431 60 87 anzurufen.