Somatoforme Störungen

Bei somatoformen Störungen handelt es sich um körperliche Beschwerden mit psychischen Ursachen. Wenn körperliche Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben und ohne körperlich krankhaften Ursachen auftreten, wenn also auch durch aufwendige medizinische Untersuchungen keine Erklärung für die Symptome des Betroffenen gefunden werden und die Betroffenen meist zwar kurz-, aber nicht langfristig beruhigt sind, da die Symptome ja weiterhin tatsächlich spürbar sind, ist die Möglichkeit zu einer differenzierten Abklärung einer möglichen somatoformen Störung gegeben.

Grundsätzlich erlebt vermutlich jeder Mensch jeden Tag somatoforme Symptome, jedoch im Sinne vorübergehender Missempfindungen, die nach kurzer Zeit wieder vergehen. Wenn aber die Symptome dauerhaft bleiben und für den Betroffenen mit erheblichen Leiden, Einschränkung in der Lebensführung und bishin starken ängsten verbunden sind, spricht man von einem Verdacht auf eine somatoforme Störung und ist diese abzuklären und ein spezieller Behandlungsplan dementsprechend zu erstellen. Folgt man den vorliegenden Schätzungen, so ist davon auszugehen, dass in den westlichen Industriestaaten etwa 5-11 % aller Personen an einem behandlungsbedürftigen somatoformen Symdrom, wobei bei diesen Personen gleichzeitig auch zum Teil eine depressive Verstimmung bishin zur Depression und/oder Angststörung beobachtbar sind.

Beispiele möglicher Symptome einer somatoformen Störung sind:

  • Herzrasen, Herzstolpern
  • Kurzatmigkeit, Atemnot
  • Verstärktes Schwitzen
  • Hitzewallungen oder Kälteschauer
  • Brustschmerzen
  • Erbrechen
  • Appetitverlust
  • Schwierigkeiten beim Schlucken
  • Unverträglichkeit verschiedener Speisen
  • Bauch und Unterleibsschmerzen
  • übelkeit
  • Durchfall und/oder Verstopfung
  • Rückenschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Schmerzen in den Armen und Beinen
  • Gehbeschwerden
  • Unangenehme Taubheits- und Kribbelgefühle
  • Verschwommenes Sehen
  • Sehen von Doppelbildern
  • Schwindel/Benommenheit
  • Ohnmacht/Bewusstlosigkeit
  • Verlust der Stimme
  • Verlust des Hörvermögens
  • Weitere verschiedene körperliche Missempfindungen/Schmerzen

Die Symptomatik der somatoformen Störungen ist im Grenzbereich zwischen Medizin und klinischer Psychologie anzusiedeln, weshalb Zusammenarbeit zwischen klinischen Psychologen und ärzten im Sinne eines bestmöglichen Therapieergebnisses für den Betroffenen häufig von Vorteil ist.